Lesung mit Ludger Fittkau, Journalist und früherer Deutschlandradio-Korrespondent
Mittwoch, 22. April 2026, 18:30 Uhr, Grend, Westfalens. 311, 45276 Essen

Ludwig Bergsträsser (* 23. Februar 1883 in Altkirch im Elsass; † 23. März 1960 in Darmstadt), ehemaliger DDP-Abgeordneter und als Darmstädter Regierungspräsident späterer Mitgestalter der jungen Bundesrepublik, führte zwischen 1939 und 1945 ein Doppelleben unter höchstem Risiko. Als Mitglied des zivilen Widerstandsnetzes rund um den Gewerkschafter und Sozialdemokraten Wilhelm Leuschner hielt er seine Beobachtungen ungeschminkt in einem geheimen Tagebuch fest.
Seine Aufzeichnungen sind ein außergewöhnliches Zeitzeugnis: Mit intellektueller Schärfe analysierte er die Verbrechen des Regimes, die moralische Korrosion seiner Zeitgenossen und die Zerstörungen des Krieges. Seine Reisen führten ihn auch tief in das Rhein-Ruhr-Gebiet, wo er die Folgen der Bombardierung der Möhnetalsperre dokumentierte und sich konspirativ mit Widerstandskämpfern in Essen, Dortmund und Köln traf.
Trotz seiner späteren Karriere als SPD-Parlamentarier blieb dieses Werk zu Lebzeiten unveröffentlicht. Erst jetzt, 80 Jahre nach Kriegsende, erscheint dieses bedeutende Dokument der Zeitgeschichte.
Wir laden Sie ein zu einer Lesung, die tiefe Einblicke in den zivilen Widerstand und das Alltagsleben während des Nationalsozialismus bietet.

