Bild mit Steeliene

Sucht ihr noch Weihnachtsgeschenke? Wir haben da etwas:

Eine Steele – Collage des Künstlers Bernd Roettgers mit der Steeliene von Jacques Tilly gibt es jetzt als Bild (Leinwand auf Holzrahmen) im Format 30 cm x 20 cm und kostet 20,00 Euro. (Größere Formate sind möglich.)

Wir empfehlen auch das Buch „Sag was! Radikal höflich gegen Rechtspopulismus argumentieren“. Das Buch hat 80 Seiten und kostet 6,00 Euro. Dazu gibt es auch ein gleichnamiges Spiel. Es ist spielbar mit 2-6 Personen ab 14 Jahren, hat 62 Karten und kostet 10,00 Euro.

Alles ist im Naturkostladen „Apfelbaum“ vorrätig. Der Erlös geht in die Finanzierung der Arbeit unseres Bürgerbündnisses. Wir danken Elke und Christoph vom „Apfelbaum“ für die Unterstützung dieser Aktion!

Steeliene

Wir präsentieren die Steeliene, eine Figur für unseren Stadtteil.

Steeliene ist entstanden als ein gemeinschaftliches Projekt des Bündnisses Mut machen – Steele bleibt bunt und des Künstlers und weltbekannten Erbauers von Karnevalswagen Jacques Tilly. Die Idee war und ist, eine Figur für den Stadtteil Steele zu schaffen, die mit Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Witz und Humor die Werte vertritt und verteidigt, denen sich auch der Runde Tisch Steele verschrieben hat, nämlich Vielfältigkeit, Zivilcourage, Nachhaltigkeit und Fairness .

In diesem Sinne ist sie

  • Netzflickerin, das heißt, sie knüpft Netzwerke und schafft Verbindungen
  • Türöffnerin, das heißt, sie öffnet Türen und schafft neue Räume,
  • Wertegärtnerin, das heißt, sie pflegt und hegt die Werte, die sie verkörpert und sorgt für ihre Verbreitung
  • Clownin, das heißt, sie regt mit Humor zum Nachdenken an
  • Lichtträgerin, das heißt, sie verkörpert Hoffnung
  • Mutmacherin, das heißt, sie ermutigt, bisher unbekannte Wege zu gehen, sich auszuprobieren.

In diesem Sinne wünschen wir uns, dass möglichst viele Menschen Steeliene lieb gewinnen und sie uns in vielfältiger Weise durch den Stadtteil und darüber hinaus begleitet.

Herzlich willkommen, Steeliene!

Gedenken an Reichsprogromnacht

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) und Essen stellt sich quer rufen dazu auf, gemeinsam der Opfer der Verbrechen der Reichspogromnacht zu gedenken. An dem von den Faschisten sarkastisch als Kristallnacht bezeichneten Datum wird mit einer „Scherbenspur“ auf der Kettwiger-Straße (Ecke Kardinal-Hengsbach Platz) erinnern, dort, wo die Scherben von jüdischen Kaufhäusern sich über die Einkaufsstraße verteilten.

Dienstag, 9. November, ab 16.30 Uhr auf dem Kardinal-Hengstbach-Platz, Essen City.

Weitere Infos:

Zusätzlich werden am Samstag, 13. November, ab 11.00 Uhr in Steele die Stolpersteine geputzt, Treffpunkt an der Mariensäule, Essen Steele.

Kundgebung und Gespräch mit Serap Güler

Demokratisches Leben verteidigen  

Kundgebung am Mittwoch, 11.8.2021, 18 Uhr Grendplatz, Essen-Steele

mit Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein Westfalen,

Es spielt die Band Schwarz Rot Atemgold

19:00 Uhr: Diskussion mit Serap Güler im Biergarten Grend (Westfalenstr. 311, Essen Steele)

Wir sprechen mit Serap Güler über den Zusammenhalt der Zivilgesellschaft zur Verteidigung der Demokratie, der Menschenwürde und demokratischer Grundrechte gegen Angriffe von rechts. Keiner kann mehr überhören, wenn die AfD ihre Hetzparolen gegen Zugewanderte, gegen Andersdenkende in die Lande grölt. Und keiner kann mehr wegsehen, wenn Menschen auf offener Straße von der selbsternannten Bürgerwehr der sogenannten „Steeler Jungs“ bedroht werden. Wir stehen dafür, das demokratische Leben in unserem Stadtteil zu verteidigen. Wir stehen für Demokratie, für Meinungsfreiheit, für Vielfalt, Toleranz und einen fairen und gewaltfreien Umgang miteinander.

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Kundgebung am Do. 22. Juli 2021

Steele darf kein Nazi-Kiez werden

Kundgebung am 22.7.2021 um 18 Uhr auf dem Grendplatz in Essen-Steele

Die „Steeler Jungs“ marschieren wieder durch Essen-Steele, Zuletzt so geschehen am letzten Donnerstag. Etwa 30 Männer, zu einem großen Teil uniform mit schwarzen T-Shirts mit der Aufschrift „First Class Crew Steeler Jungs“ bekleidet, machten erneut den Stadtteil unsicher. Die Polizei, angeblich vor Ort, zeigte sich nicht. Wie gefährlich die Gruppierung ist, stellte sie gleich zwei Mal eindrucksvoll unter Beweis: Auf dem Kaiser Otto Platz standen ein Mitglied des Rates der Stadt Essen eine Mitarbeiterin des Kulturzentrums Grend, die Sprecherin des Bündnisses „Mut machen – Steele bleibt bunt“, sowie eine weitere Person und unterhielten sich. Gezielt liefen die Steeler Jungs auf die Gruppe zu und umringten sie. Die Situation hatte eindeutig bedrohlichen Charakter. Die nach eigenen Angaben anwesende Polizei schritt nicht ein. Einige Straßen weiter saßen Mitglieder des Bündnisses „Essen stellt sich quer“ auf einer Bank an der Bochumer Straße, als die „Steeler Jungs“ grölend vorbeizogen. Ein Mitglied der „Steeler Jungs“ ging auf die Gruppe zu, näherte sein Gesicht bis auf wenige Zentimeter zu einer der dort sitzenden Personen, bedrohte sie, beschimpfte die Anwesenden unflätig und beleidigte sie sexistisch. Auch diesen Vorfall will die angeblich anwesende Polizei nicht bemerkt haben.

Uns reicht es! Wir lassen nicht zu, dass die vom Verfassungsschutz beobachtete Gruppierung der „Steeler Jungs“ den Stadtteil für sich reklamiert und ein Klima der Angst und Einschüchterung verbreitet.

Wir rufen zusammen mit dem Bündnis „Essen stellt sich quer“ auf zur Kundgebung am Donnerstag, den 22 Juli 18:00 Uhr auf dem Grendplatz, Essen-Steele.

Es spricht u.a. der Landtagsabgeordnete Frank Müller (SPD).

Nazi Schmiererei in Steele

Pünktlich zum Jahrestag des rassistischen Attentats von Hanau wurde in Steele an der S-Bahn Unterführung Neuholland eine Schmiererei entdeckt mit dem Text „Hanau – Ha – Ha“, der durch Verbindung der beiden Buchstaben H und A ein unvollständiges Hakenkreuz enthielt.

Die Schmiererei ist nicht neu. Sie wurde bereits im vergangenen Jahr an der gleichen Stelle gesehen und beseitigt. Sie zeugt von unvorstellbarem Zynismus, gepaart mit menschenverachtender Verhöhnung der Opfer von Hanau und Verherrlichung von Nazi-Symbolen. Derartige Schmierereien sind nicht neu an der Stelle: „Linke und Grüne töten“, war dort unlängst zu lesen, wobei die Schriften Ähnlichkeiten aufweisen.

Dank des schnellen Einsatzes der Graffiti Künstler, die an der Wand arbeiteten, war die  Schmiererei schnell beseitigt. Dies beseitigt allerdings nicht das Nazi-Problem des Stadtteils. Das Bündnis „Mut machen – Steele bleibt bunt“ sieht das Ansehen des Stadtteils durch derartige menschenverachtende Machwerke beschmutzt.

Die Verhöhnung der Opfer von Hanau, die öffentliche Aufforderung, den politischen Gegner zu töten, sind ein Skandal, der die gesamte Stadt Essen angeht. Dies ist jedoch kein Einzelfall: So wurde in Köln ein Gedenkort an die Opfer von Hanau zerstört, die Folien mit den Namen und Fotos der Opfer abgerissen und in eine Böschung am Rhein geworfen.

Die Politiker werden aufgefordert endlich aufzuwachen und klar und eindeutig Stellung gegen diese Kräfte zu beziehen, anstatt sie mit Dialogangeboten aufzuwerten und politisch salonfähig zu machen.

Als besonders niederträchtig sehen wir in diesem Zusammenhang den heute in den Stadtrat eingebrachten Antrag der AFD an, eine „Graffiti Task Force“ zu bilden mit besonderem Augenmerk auf die Essener Antifa Szene. Das Ablenkungsmanöver von der öffentlichen Verunreinigung durch Nazi Schmierereien ist offenkundig und angesichts der Opfer rassistischer Gewalt einfach nur widerwärtig.

Mehr zu dem Hakenkreuz Schriftzug hatt „Essen stellt sich quer“ recherchiert:

Orte der Erinnerung: Lesung + Bilder

Am Holocaust-Gedenktag las Olaf Eybe am 27. Januar ab 18.00 Uhr Gedichte und Kurztexte rund um die Themenkomplexe Erinnerungskultur und Rechtradikalismus. Im Rahmen seiner Online-Lesung zeigte der Autor und Fotograf Fotos seiner Ausstellung „Orte der Erinnerung“ mit Bildern aus den KZ-Gedenkstätten Auschwitz und Dachau sowie aus Babyn Jar.

Hier ist die Aufzeichnung der Veranstaltung:

„Orte der Erinnerung: Lesung + Bilder“ weiterlesen

Video der Diskussion mit den Oberbürgermeister – Kandidaten

Wie kann das demokratische Leben in Steele verteidigt werden, wenn eine rechtsextreme Bürgerwehr den Stadtteil unsicher macht? Darüber diskutierten vier Oberbürgermeister – Kandidaten am 18. August 2020 im Saal des Steeler Stadtgartens. Alle Kandidaten waren sich einig, dass der Rechtsextremismus eine Gefahr darstellt. Doch in der Frage, was die Politik, die Polizei und die Zivilgesellschaft dagegen tun sollte, gab es unterschiedliche Meinungen. So verwies Oberbürgermeister Kufen (CDU) darauf, dass zur Zeit das Projekt „Demokratie und Vielfalt“ in Steele läuft. Oliver Kern (SPD) mahnte, dass die Arbeit gegen Rechts nicht nur in kurzfristigen Projekten angelegt sein darf, sondern langfristig finanziert werden muss. Mehrdad Mostofizadeh (Grüne) betonte, dass die Schulen und Bildungseinrichtungen gefragt sind, um eine demokratische Haltung zu vermitteln. Daniel Kerekes (Die Linke) machte deutlich, dass auch die Polizei eine wichtige Rolle im Kampf gegen Rechtsextremismus spielen sollte.

„Wir sollten lieber mit guten Antirassismusprojekten glänzen und nicht mit den Steeler Jungs“ (Thomas Kufen)

„Für mich ist eine weltoffene, tolerante und freiheitliche Demokratie nur durch Haltung zu erhalten.“ (Oliver Kern)

„Ich glaube, man muss sich hier in Steele sehr klar aufstellen. Das was hier abgeht ist klar Rassismus und Angstmache.“ (Mehrdad Mostofizadeh)

„Ich würde mir wünschen, dass auch CDU Mitglieder auf die Demonstrationen von ‚Steele bleibt bunt‘ kommen. Es geht hier darum, dass Demokratinnen und Demokraten zusammen stehen.“ (Daniel Kerekes)

Auch das Publikum beteiligte sich an der Diskussion mit Fragen und Statements. Einig waren sich alle darin, dass es sich lohnt, für die Vielfalt und Weltoffenheit in Essen zu engagieren, auch über den 13. September hinaus.

Herzlichen Dank an Dirk Peter Fuchs, der die Veranstaltung als Video aufgezeichnet hat.

Verschwörungsideologien

Eine Veranstaltung der CSE gGmbH in Kooperation mit der Jugendhilfe Essen gGmbH: Verschwörungsideologien – Entstehung, Bedeutung und Umgang mit Verschwörungsmythen

Mittwoch, 22.07.2020, 18:00 Uhr
Die Veranstaltung findet online als Zoom – Meeting statt.
Teilnahme kostenlos, aber Anmeldung erforderlich an:

treffpunkt-graffweg@cse.ruhr

Gerade in Zeiten gesellschatlicher Veränderungen, Krisen und globaler Ereignisse haben Verschwörungsideologien Hochkonjunktur. Auch aktuell in Zeiten der Covid-19-Pandemie verbreiten sich diese Ideologiefragmente rasant, sowohl Off- als auch Online. Wir wollen gemeinsam schauen, was Verschwörungsideologien eigentlich sind, wie sie entstehen, wieso Verschwörungsideologien gerade in Krisenzeiten so massiv auftreten und wie wir damit umgehen können.

Referent: Jonas Ploeger, Fachstelle „Demokratie leben!“ der Jugendhilfe Essen gGmbH.

Verfassungsschutz berichtet über Rechtsextremismus

Heute (23.06.2020) sollte der Bericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz vorgestellt werden, doch das Innenministerium sagte den Termin kurzfristig ab. Nach Informationen des Spiegel soll das „rechtsextremistische Personenpotenzial“ stark gestiegen sein, von 24.100 (2018) auf 32.080 (2019) Personen gestiegen sein. Offenbar sind unsere Erfahrungen in Essen keine Einzelfälle.


Interessant ist auch der Blick in den Bericht des Verfassungsschutzes des Landes NRW, denn dieser ist bereits öffentlich. Darin wird auch wieder ausführlich über die „Steeler Jungs“ im Kapitel „Rechtsextremistisch geprägte Mischszene“ (S. 68 – 70) berichtet:
Seit April 2018 führt die Gruppierung First Class Crew – Steeler Jungs (FCC) regelmäßig an Donnerstagen sogenannte „Stadtspaziergänge“ im Essener Stadtteil Steele durch. Dabei tragen die Mitglieder meist schwarze Kleidung mit dem Schriftzug „FCC Steeler Jungs“ in Frakturschrift. Die Teilnehmerzahl bei den „Spaziergängern“ variiert meist zwischen 50 bis zu 100 Personen. Dabei beteiligten sich auch einige Frauen und Kinder aus dem mutmaßlichen familiären Umfeld der Mitglieder. Die als „Versammlungen“ bewerteten „Spaziergänge“ der FCC werden regelmäßig durch Polizeikräfte begleitet. Der Koordinator der „Spaziergänge“ kommt, wie die Mehrheit der Teil- nehmer, aus dem Hooligan- und Rockermilieu. Einzelne Mitglieder weisen rechtsextremistische Bezüge auf, einige Mitglieder haben eine Migrationsbiografie. Neben den Steeler Jungs haben sich in anderen Essener Ortsteilen mit den Huttroper Jungs und den Borbecker Jungs ähnliche Zusammenschlüsse beziehungsweise Untergruppierungen gebildet. Diese haben auf sich aufmerksam gemacht, indem sie durch einheitliche Bekleidung, die an die der Steeler Jungs angeglichen wurde, auffielen.
Es bestehen Bezüge zum Rechtsextremismus: In der Gaststätte, die der Treffpunkt der Gruppierung ist, trat 2019 die rechtsextremistische Band Kategorie C auf, die ein Bindeglied zwischen rechtsextremistischer und Hooliganszene darstellt. (…)
NRW Innenminister Reul schreibt im Vorwort: „Das Jahr 2019 hat auf schmerzliche Weise gezeigt, wie Propaganda, Falschinformationen und obskure Weltsichten der Radikalisierung Vorschub leisten. Sie sind der Nährboden für rechtsterroristische Strukturen. Noch mehr allerdings für Einzeltäter, die in den vergangenen Jahren immer wieder furchtbare Bluttaten begingen: Der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke, der Anschlag auf die Synagoge in Halle, nicht zuletzt der neunfache Mordanschlag auf Menschen mit Migrationshintergrund in Hanau. Die nun vorliegende Analyse des Verfassungsschutzes zum politischen Extremismus 2019 in Nordrhein-Westfalen zeigt deutlich, dass es Rechtsextremen vor allem darum geht, zu radikalisieren und zu entgrenzen. Der politische Diskurs soll nach „Rechts“ verschoben werden, rechtsextremistische Ansichten sollen „salonfähig“ für die Mitte der Gesellschaft werden. Es entstehen Mischszenen, in denen Rechtsextremisten mit Rockern und Hooligans gemeinsame Sache machen. (…)
Den kompletten Verfassungsschutzbericht NRW 2019 gibt es hier:

https://www.im.nrw/system/files/media/document/file/VS_Bericht_NRW_2019.pdf

Foto: WDR Radio Cosmo